Ortseingangsschild von Schaddel

Ausführlicher Campbericht:

Nun ein Bericht zu dem von uns organisierten WorkCamp in Schaddel vom 14.7. bis 20.7.08. Noch einmal zur Information: Wir halfen dort dem Künstler und Kulturförderverein Schaddelmühle e.V. und arbeiteten dort an der ehemaligen Schaddelmühle, welche direkt am Mulderadwanderweg liegt. Früher gehörte die "Mühle" zum Kloster Nimbschen und funktionierte so, dass es eine Zisterne gab, die von zwei Rinnsälen gefüllt wurde und bei Bedarf geöffnet werden konnte, um mit dem von der Kraft des Wassers angetriebenen Mühlensteins dann Mehl zu mahlen. Zwischenzeitlich fungierte das "Haupthaus" als Kneipe, über die wir auch beim Sammeln einige Geschichten erzählt bekamen. Jetzt haben Künstler, die nicht viel Geld und kein eigenes Atelier haben, dort die Möglichkeit ihre Kunst auszuleben. Gearbeitet wird oft mit Ton, aber auch für Radierungen und Drucke gibt es eine Werkstatt. Im Gelände fanden wir immer wieder neues zu entdecken, da überall Künstler ihre Spuren hinterlassen haben.
Ein Bild von der Schaddelmuehle Zu tun gibt es dort jedenfalls noch genug, da die Schaddelmühle im Muldental liegt und dort das Wasser 2002 fast bis zur zweiten Etage des Haupthauses stand und auch im noch nicht vollständig neu gemachten Nebenhaus große Schäden anrichtete. Da die Baugenehmigung für das Nebengebäude noch fehlte und die Projekte der zu verspachtelnden Wand und des Daches voller natürlichem Bewuchs im beantragten Bauplan mit enthalten war, konnten wir nur die Außenarbeiten Bewältigen. Letztendlich bewegten wir geschätzte 15 bis 20 Kubikmeter Erde. Zum einen von einer einsturzgefährdeten Wand weg und zum anderen um einen 1,50m tiefen Graben für den neuen Abfluss der Klärgrube auszuheben. Zu Hilfe kam uns ein Förderband, welches uns die Arbeit wesentlich erleichterte und das Wegfahren mit der Schubkarre ersparte. Behindert wurden wir bei unseren Arbeiten von einigen Baumstämmen und vielen Bruchsteinen, die wir langwierig ausgraben mussten. Soviel erst einmal zum Überblick, nun zum Einzelnen:
Am Sonntag reisten wir als Campleitung mit unseren Fahrrädern an, um dann am nächsten Tag gleich mit der organisatorischen Arbeit beginnen zu können. Am Montag hieß es für uns früh aufstehen, damit wir uns an die Auswertung der Sammellisten machen konnten. Der Rest des Tages wurde dann mit dem Empfangen der Campteilis, häuslichem Einrichten und dem Einsammeln der Werkzeuge und Verpflegung verbracht. Am Dienstag begann dann der Tag nach dem Frühstück mit einer Einweisung und Belehrung. Am ersten Arbeitstag mussten erst einmal Büsche "umgepflanzt" werden, um die Arbeitsfläche zum Abgraben, bzw. Ablagern der Erde frei zu haben. Für den Nachmittag war kein besonderes Freizeitangebot geplant wurden, da wir für den JG-Abend Frau Tittel aus Großbothen als Referentin eingeladen hatten. Sie erzählte uns dann, nach ein bisschen Gesang etwas über gesunde Ernährung und zum Säure-Basenhaushalt des menschlichen Körpers. Nach dem kurzen Vortrag bereitete sie dann, mit der von ihr mitgebrachten Küchenmaschine und den von uns eingekauften Zutaten, Fruchteis und einen Salat zu. Da wir gelernt haben, dass man keine Mahlzeit ausfallen lassen sollte,Ein Bild bei der Arbeit. gab es dann ein nachträgliches Selbstbedienungs-Nachtmahl.
Am nächsten Tag standen wir wieder "früh" auf um nach dem gemeinsamen Frühstück (gegen) neun Uhr wieder mit dem Arbeiten zu beginnen und dann nach der Mittagskuchen- und Obstpause 15:00 Uhr die Arbeiten für den Tag abzuschließen. Nach dem nachmittäglichen Mittag und einer kurzen Ausruh- und Erholpause fuhren wir zum Kloster Nimbschen um uns dort mit Minigolf zu vergnügen.
Für den Donnerstag war eine Schlauchboottour von Leisnig nach Grimma geplant, weshalb wir auch schon nach dreistündiger Arbeit 12 Uhr Schluss machten und dann nach Leisnig gebracht wurden, wo wir dann feststellen mussten, dass keiner den Rucksack mit dem Geld mitgenommen hatte. Letztendlich klärten wir ab die Schlauboote im Nachhinein zu bezahlen und machten uns auf den 22km langen Wasserweg nach Grimma. In zwei Booten ging es nun Flussabwärts mit einigen Hängern im flachen Gewässer, ausreichend Verpflegung und ein paar Bade-/ Ausruhpausen der Damals-Noch-Kreisstadt entgegen. Nach fünfstündiger Fahrt kamen wir mit schmerzenden Gliedmaßen und ausgeglichenem Säure-Basenhaushalt in Grimma an. Nach dem Fußmarsch nach Schaddel gab es dann ein spätes Abendbrot, für viele ging es früh ins Bett und das Lagerfeuer wurde nur wenig besucht.
Am Freitag wurde mit schwerem Gerät angefangen die Mauer abzutragen, was auch nach anfänglichen Schwierigkeiten zeitweise erstaunlich gut funktionierte. Da es hier nun nur noch für wenige Arbeitskräfte Arbeit gab, wurde der am Donnerstag neu angefangene Graben für den Klärgrubenabfluss zum schwerpunktmäßigen Arbeitsplatz. Am Nachmittag fuhren/ schoben wir mit den Fahrrädern zum altbekannten "Eisessen satt" nach Hohnstätt (OT von Grimma), was wie der Name schon sagt etwas höher liegt. Der Rekord lag hierbei bei 20 Kugeln Eis, der allgemeine Rekord von 23 Kugeln wurde also nicht gebrochen. Am Abend wurde wieder gemeinsam Abendbrot gegessen und ein Lagerfeuer entfacht.Ein Bild bei der Arbeit.
Am Samstag gingen wir dann etwas dezimiert an die Arbeit und konnten diese aber trotzdem schon eine Stunde vor eigentlichem Ende abschließen. Am Nachmittag waren wir noch einmal für die geplante Abschiedsfeier am Abend einkaufen. Am Abend gab es dann Gegrilltes, wobei der Grill, aufgrund eines Gewitters, mehrmals "umziehen" musste. Letztendlich zogen wir ins Haus und grillten letztendlich unter einem Ausklapp-Pavillon weiter.
Am Sonntag schliefen wir mal mehr oder weniger aus und frühstückten dann etwas später als sonst. Den Gottesdienstbesuch ließen wir ausfallen, da keiner in Großbothen statt fand und uns der Weg nach Bad Lausick, bzw. näher an Schaddel, nach Grimma am Sonntagmorgen dann doch zu weit war. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen wieder zusammen und brachten am Nachmittag die ausgeliehenen Werkzeuge wieder zurück, bevor wir den Heimweg antraten.
Abschließend möchte ich mich im Namen der Campleitung noch bei allen Helfern und Spendengebern bedanken.

Kilian Peisker

Hundplastik im Gelände

Entscheidung über das Projekt am 27. März:

Am 27. März 2008 besichtigte die Campleitung die Projekte Püchauer Schule, Schaddelmühle und Naturfreundehaus Grethen. Am Ende des Tages entschieden wir uns für die Arbeiten an der Schaddelmühle in Schaddel. Die Renovierungsarbeiten an der Grundschule Püchau schieden aus, da die Arbeiten uns dort als zu wenig erschienen. Dennoch wollen wir die Schule gerne unterstützen und entschieden uns dafür ein Wochenende unabhängig vom Camp zu planen, an dem wir "anrücken" und helfen wollen.
In dem Naturfreunde Haus in Grethen wäre zwar die Unterkunft vergleichbar die Beste gewesen, allerdings war die Notwenigkeit für uns nicht genügend erkennbar, bzw. waren es zumeist "Schön-Wetter-Aufgaben".
Die Schaddelmühle, denke ich, hat es uns allen sehr angetan. Sie liegt sehr idyllisch in der Nähe von Grimma und es gibt genug Arbeit für uns, sowohl draußen, als auch innen. Die Schaddelmühle ist ein Kulturförderverein, für nähere Informationen zum Verein soll HIER nur verlinkt sein.
Die Schaddelmühle Arbeiten bestehen dort an einem von der Flut 2002 geschädigten Haus und im umliegendem Gelände. In dem Haus soll der Fußboden zum Teil etwas tiefer gelegt und die geschädigten Wände verfugt werden. Im Gelände soll ein mit Gerümpel zugeschütteter Teich wieder freigelegt und eine provisorisch gestützte Mauer abgetragen werden. Weiterhin soll in dem dicht bewachsenem Gelände Platz für einen "Plastikpark", für dort entstandene Plastiken, entstehen.
Unterkunft finden wir dort im schon wieder hergerichteten Haus. Dort steht uns auch eine Küche und WC + Dusche zur Verfügung.
Der Zeitraum für das Camp wurde vorerst grob auf die Zeit zwischen dem 14. und 27. Juli 2008 gelegt. Wenn genau festgelegt, wird das Camp eine Woche gehen und der letztendliche Zeitraum dann bekannt gegeben.
Bei der Besichtigung entstandene Bilder habe ich HIER für einen Eindruck online gestellt.

Nach den Besichtigungen haben wir dann nocheinmal kurz bei der evangelischen Grundschule in Großbardau vorbeigeschaut, welche letztes Jahr Camp-Projekt war. Bilder hierzu sind unter der Rubrik "öffentliche Bilder" - Camp 2007 in Großbardau zu finden.

Kilian Peisker

Das Workcamp für das Jahr 2008 wurde in der LVZ mit folgendem Artikel ausgeschrieben:

Mit Spucke und Spaten für soziale Projekte

Muldentalkreis. Sie können zupacken, sind nicht zimperlich und sehr kreativ, wenn es um die Anforderungen an ihre handwerklichen Fähigkeiten geht, die zwanzig Teilnehmer des Sommer-Workcamps der Jungen Gemeinde Machern. In diesem Jahr ist allerdings noch nicht klar, wo sie in der Zeit vom 14.- bis 27. Juli hämmern, malern, mauern, buddeln und spachteln werden. Derzeit sind sie auf der Suche nach einem Projekt im Muldentalkreis, das ehrenamtliche Hilfe brauchen könnte. Der Projekt-Träger sollte aus dem sozialen Bereich kommen, gemeinnützig sein und Arbeiten aufweisen, die sich mit einer Woche Körperkraft bewältigen lassen. Voraussetzung ist die Bereitstellung von ca. 20 Schlafplätzen, wobei die Jugendlichen nicht wählerisch sind und eigene Zelten, Iso-Matten und Schlafsäcke mitbringen können. Wenn Werkzeug und Material gestellt werden kann, wäre das optimal, aber die jungen Leute im Alter von 16 bis 27 Jahre sind nach vier erfolgreich durchgeführten Workcamps darin geschult, Sponsoren vor Ort zu suchen. Wichtiger ist die Bereitstellung einer Küche oder Kochgelegenheit, denn wenn 20 junge Leute so richtig geschuftet haben, brauchen sie auch richtig was zu essen. Kosten für den Projekt-Auftraggeber fallen nicht an.
Mögliche Projekt-Anbieter für das Sommer-Workcamp der JG Machern müssen aus einer Muldental-Gemeinde kommen und können sich formlos mit einer kurzen Beschreibung der angebotenen Arbeiten bis zum 17. März 08 bei Katharina Bachmann c/o Kirchgemeinde Machern Kirchstr. 15 in 04827 Machern oder per Mail über kathi.bachmann[at]xemail.de bewerben. Die Internetseite www.jgmachern.kilu.de gibt Aufschluss über die bereits durchgeführten vier Camps im Muldentalkreis.

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